22.12.2015

Modernisierungsoffensive im Heizungskeller: Fördermittel für Pelletheizungen steigen 2016


Zum 1. Januar 2016 erhöht die Bundesregierung die Zuschüsse für Pelletheizungen. Die Fördersätze werden pauschal um 20 Prozent angehoben. Damit erhalten Heizungssanierer und Bauherren mindestens 3.600 Euro und bis zu 9.600 Euro Zuschuss aus dem Marktanreizprogramm für Erneuerbare Wärme. Die Bundesregierung trägt damit der Tatsache Rechnung, dass nach wie vor drei von vier Heizungen in Deutschland überaltert sind und nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.  

Minister Gabriel will Energiewende im Wärmemarkt ankurbeln

Die angekündigte Erhöhung der Fördersätze, wenige Tage nach dem Ende des Klimagipfels in Paris,  ist Teil eines so genannten Heizungs- und Lüftungspaketes der Bundesregierung und soll zugleich den Auftakt bilden für das neue Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) der deutschen Regierung, das am 1. Januar 2016 startet. Ziel ist, neue Impulse für die Wärmewende im Heizungskeller zu setzen, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. "Mit dem Heizungs- und Lüftungspaket geben wir den Startschuss für eine umfassende Modernisierungsoffensive im Heizungskeller", sagt Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel. Mit neuen Investitionsanreizen wolle man Modernisierungen beschleunigen und damit auch eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen erreichen. Etwas mehr als die Hälfte der gesamten in Deutschland verbrauchten Energie wird für Wärme benötigt und aktuell noch rund 90 Prozent davon aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Der Wärmemarkt bietet also enormes Potenzial zur Erreichung der in Paris beschlossenen weltweiten Klimaziele. Darüber hinaus auch zur Energie- und Kosteneinsparung. Im Jahresmittel des Jahres 2015 waren Holzpellets im Schnitt rund 25 Prozent preiswerter als bspw. Heizöl. 

Mehr als 7.000 Euro Zuschuss für Pellets und Solar

Die Direktzuschüsse für Pelletheizungen werden ab 1. Januar 2016 pauschal um 20 Prozent angehoben. Das bedeutet, dass Heizungssanierer beim Austausch alter fossiler Heizungen künftig mindestens 3.600 Euro (alt: 3.000 Euro) erhalten, ergänzt um einen Pufferspeicher 4.200 Euro (alt: 3.500 Euro). Für Pelletheizungen in Neubauten erhalten Bauherren ebenfalls mindestens 3.600 Euro. Diese Mindestförderungen greifen in der Regel für Pelletheizungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Größere Heizungsanlagen mit bis zu 100 kW Nennwärmeleistung werden künftig mit 96 Euro pro KW Leistung gefördert, also bis zu 9.600 Euro. Eine erhöhte Förderung gibt es für Pelletbrennwertkessel und die Kombination mit Solarthermieanlagen. Ein Beispiel: Für einen Pelletkessel mit Pufferspeicher in Kombination mit einer Solaranlage (5 Kollektoren, 12 m2) im Gebäudebestand ist eine Förderung bis zu 7.200 Euro möglich (bisher: 6.000 Euro). Zusätzlich können 10 Prozent der Begleitinvestitionen beim Austausch einer alten Heizung geltend gemacht werden. Neu wird ab 1. Januar 2016 auch sein, dass Optimierungsmaßnahmen an der Heizungsanlage mit weiteren 600 Euro gefördert werden. 

Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, das neue Anreizprogramm Energieeffizienz durch eine Qualitäts-, Beratungs- und Bildungsoffensive zu begleiten. Nähere Informationen zum neuen Förderprogramm werden voraussichtlich am 30. Dezember 2015 veröffentlicht, ab Mitte Januar sollen dann die neuen Förderanträge verfügbar sein.