30.12.2011
Machtpoker mit Folgen für den Ölpreis
Der Ölpreis reagiert erfahrungsgemäß sehr sensibel. Obwohl Experten gegenwärtig davon ausgehen, dass es nicht zu einer Schließung der Straße von Hormus im Persischen Golf kommen wird, denn Teheran hat kein Interesse an einem Krieg ums Öl, ist der Ölpreis in dieser Woche erneut nach oben geschnellt. Allein die Drohung, diese wichtige Transportroute blockieren zu können, reichte aus, um die Märkte zu verunsichern. Möglich, dass Teheran genau dies mit seiner Androhung erreichen wollte, mutmaßen Experten.
Die Straße von Hormus ist eine wichtige Handelsstraße für den Öltransport. Rund 20 Prozent der weltweiten Ölförderung werden über diesen Seeweg transportiert. Öl aus Saudi Arabien, Kuweit, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Iran und Irak wird über diese Handelsstraße abgewickelt. Grund für die Drohung Teherans: Die USA und die Europäische Union haben die Sanktionen gegen den Wüstenstaat verschärft. Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, heimlich - unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms - am Bau von Atomwaffen zu arbeiten.
Die Politik macht den Ölpreis
Die Abhängigkeit vom Öl beherrscht die Welt. Da geht es nicht mehr allein um Geologie, darum, wie viel Öl noch vorhanden ist, sondern vor allem auch um Politik. „Die Abhängigkeit von politisch und ökonomisch instabilen Förder- und Transitländern wächst. Die Versorgungsrisiken nehmen zu“, heißt es bereits 2009 in einer Studie des Beratungsunternehmens Prognos. Zuletzt ließen die Unruhen in der arabischen Welt in diesem Frühjahr den Ölpreis ansteigen.
Leittragende der Ölquerelen sind stets die Verbraucher. So stieg der Heizölpreis in den vergangenen fünf Jahren um rund 43 Prozent. Der hohe Ölpreis hat sich auch auf die Gaspreise ausgewirkt, die häufig an den Ölpreis gekoppelt sind. Knapp 900 Versorger in Deutschland haben in diesem Jahr ihre Preise erhöht, im Durchschnitt um zehn Prozent. Eine Ende der Preisspirale beim Gas ist nicht in Sicht. Für 2012 sind weitere Erhöhungen angekündigt.




