04.10.2011
Energiewende auf dem Wärmemarkt jetzt richtig anpacken
Wismar/Stuttgart, 6. Oktober 2011: German Pellets fordert im Rahmen der Interpellets in dieser Woche in Stuttgart als Pendant zur EEG-Stromumlage die Einführung einer EEG-Wärmeumlage. Denn die angestrebte Energiewende reicht bislang nicht bis in den Heizungskeller. Das 2009 in Kraft getretene Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) hat sich als stumpfes Schwert erwiesen. Der Modernisierungsstau auf dem Wärmemarkt gefährdet dabei den Erfolg der gesamten Energiewende. Deshalb wird dringend ein effektives Anreizinstrument benötigt.
Das Erneuerbare Energien Wärmegesetz verpflichtet zwar zu einer anteiligen Nutzung Erneuerbarer Wärme im Neubau, für eine Sanierung im Gebäudebestand – einer der größten Energieverbrauchssektoren bei Wärme in Deutschland – fehlen dagegen effektive Anreize. Die Folge ist ein immenser Modernisierungsstau auf dem Wärmemarkt. Die Steigerung der Energieeffizienz von Bestandsgebäuden ist kostenintensiv und stößt an Grenzen. Dagegen ließe sich durch den Austausch der rund 15 Millionen überalterten und ineffizienten Heizungen in Deutschland der Heizenergieverbrauch privater Haushalte um rund ein Drittel reduzieren, hat der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) errechnet. Aktuell wird noch immer 90 Prozent der Wärmeenergie aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Dies verursacht rund ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen.
Förderpolitik behindert Modernisierung auf dem Wärmemarkt
„In der Energie- und Umweltpolitik wurde bislang zu stark auf das Thema Strom fokussiert“, sagt Peter H. Leibold, geschäftsführender Gesellschafter der German Pellets GmbH. So stand Erneuerbare Wärme stets im Schatten von Windenergie und Fotovoltaik. Schwankende Energiepreise und eine unstete Förderpolitik haben darüber hinaus den Modernisierungsprozess auf dem Wärmemarkt behindert. Dabei wird in Deutschland mehr Energie für Wärme als für Strom benötigt. „Die Politik muss hier unbedingt einen Kurswechsel vornehmen. Nur mit einer erfolgreich eingeleiteten Energiewende auf dem Wärmemarkt sind die ehrgeizigen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen“, sagt Peter Leibold. Für die Modernisierung des Wärmemarktes wird ein effektives Anreizinstrument benötigt.
„Verschmutzer“ zahlen für den Umbau des Wärmemarktes
Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. hatte dazu bereits im vergangenen Jahr – nach dem zwischenzeitlichen Stopp des MAP-Förderprogrammes – ein entsprechendes Ausbauinstrument vorgeschlagen: die Erneuerbare-Wärme-Prämie. Die Idee ist ein marktbasiertes Förderprogramm, das auf einer Abgabe für fossile Brennstoffe beruht. Die Einnahmen daraus sollen für den Umbau des Wärmemarktes herangezogen werden. Ähnliches hatte offenbar auch die Bundesregierung im Sinn, als in diesem Jahr, kurz vor der Sommerpause im politischen Berlin, Regierungspläne zur Einführung von CO2-Zertifikaten im Brennstoffhandel bekannt wurden. Inzwischen ist es wieder ruhig geworden um dieses Thema. „Wenngleich sich über die Machbarkeit eines Zertifikatesystems streiten lässt, ist ein Instrument, das die Verschmutzer, also die Nutzer fossiler Energieträger, für den Umbau des Wärmemarktes heranzieht, eine sehr gute Möglichkeit, den Wärmemarkt sozial verträglich und haushaltsunabhängig zu erneuern“, sagt German Pellets-Geschäftsführer Peter Leibold.
Mehrkosten für Verbraucher sind überschaubar
Die Nutzer fossiler Energien zahlen dabei pro kWh fossil hergestellter Wärmeenergie eine Abgabe. „Wir haben errechnet, dass 0,45 Cent pro kWh ausreichen, um die derzeitige Sanierungsquote zu verdoppeln und die Fördermittel aufzustocken“, sagt Peter Leibold. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Wärmeenergiebedarf von 20.000 kWh pro Jahr sind das Mehrkosten von 7,50 € pro Monat. Der Mittelbedarf für den Umbau des Wärmemarktes ist überschaubar und daher sozial verträglich. Im Bundeshaushalt werden die bisherigen Fördermittel für das Marktanreizprogramm (MAP) eingespart, und durch Auslösung von zusätzlichen Modernisierungsmaßnahmen /-investitionen generiert der Staat sogar Steuermehreinnahmen. Letztlich wird der Verbraucher durch den Umbau des Wärmemarktes langfristig vor hohen Kosten für fossile Energieträger geschützt.




