Aktuelles / Presse

Aktuelle Meldungen

Pressearchiv

25.11.2011

Die Zeit drängt für ein neues Klima-Abkommen


Wismar/Durban, 25. November 2011: Kommt bald das „Kyoto-Protokoll  2.0“? Von Montag, 28. November, bis zum Freitag, 9. Dezember, findet im südafrikanischen Durban der 17. Klimagipfel der Vereinten Nationen statt. Regierungschefs und ihre Umweltminister aus über 100 Ländern werden an dem zwölftägigen Gipfel teilnehmen.

Neben vielen Vorträgen und Workshops beschäftigt die Politiker vor allem eine Frage: Welche Klimaziele sollen in der Nachfolgevereinbarung zum Kyoto-Protokoll stehen? Denn dieses läuft 2012 aus und verbindliche Emissionsreduktionsverpflichtungen für die Zeit danach sind noch nicht abgeschlossen.

Zum Hintergrund:

Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 verabschiedet und beinhaltet erstmals völkerrechtlich verbindliche Emissionsreduktionsziele und einen klaren Zeitrahmen für die Industrieländer, diese Ziele einzuhalten. So fasst es das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in einer Mitteilung zusammen.

Die Industriestaaten verpflichteten sich damals, den Ausstoß der sechs wichtigsten Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffe in den Jahren von 2008 bis 2012 um mindestens 5 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Doch bis das Kyoto-Protokoll im Februar 2005 endgültig zur Umsetzung kam, mussten einige Hürden überwunden werden. Schon in den Klimakonferenzen nach Kyoto konnten sich die Staaten nicht auf konkrete Details zur Umsetzung des Protokolls einigen. 2001 steigt die USA, einer der größten Kohlendioxid-Produzenten der Welt, aus dem Kyoto-Protokoll aus, trägt die Ziele nicht mit. Russlands Beitritt fand erst 2004 statt. Ein Jahr später tritt das Protokoll schließlich in Kraft. Dafür mussten zwei Bedingungen erfüllt sein:

-          Mindestens 55 Staaten der Klimarahmenkonvention mussten das Protokoll  ratifizieren

-          Diese Staaten müssen mindestens 55% der CO2-Emissionen der Industrieländer von 1990 auf sich vereinigen

Bisher haben 189 Staaten das Kyoto-Protokoll ratifiziert, nur die USA lehnen es weiterhin ab.

Deutschland und auch Europa haben in den Jahren 2008 bis 2012 die Reduktionsziele mehr als erfüllt. Dagegen sind es ehemalige Entwicklungsländer wie China oder Indien, die ihren Ausstoß zwischen 1990 und 2010 mehr als verdreifacht haben. So stieg die Kohlendioxid-Emission in China in diesem Zeitraum von 2510 auf 8940 Tonnen an.

Ein Nachfolge-Abkommen ist bisher noch nicht in Sicht. Um ein „Kyoto-Protokoll 2.0“ zu erreichen, müssen viele Fragen gelöst werden. Wird die USA einem Nachfolge-Abkommen beitreten? Mit welchen Emissionszielen sollen aufstrebende Industriestaaten – wie beispielsweise China , die einen hohen Energieverbrauch haben -  belegt werden? 

Deutschland und die Europäische Union – u. a. -  setzen sich hierbei  für verbindliche Minderungsziele – so wie es sie auch schon im Kyoto-Protokoll gibt, ein.    

 Pressemitteilung als pdf<<